SaarländischerAnwaltVerein initiiert Querdenker-Preis

querdenker 600„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ (Hermann Hesse)

Eine Initiative, ein Anfang, eine Premiere!

Auch die erstmalige Verleihung des Querdenker-Preises, initiiert durch den SaarländischenAnwaltVerein, ist ein solcher Anfang. Möge auch ihm jener Zauber inne wohnen, der uns verbindet und unser Miteinander stärkt Mit dem Querdenkerpreis soll eine Person ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Art und Weise um das Recht in all seinen möglichen Ausprägungen und Facetten, in seiner das gesellschaftliche Zusammenleben ordnenden und strukturierenden Funktion verdient gemacht haben. Es sollen aber nicht alleine nur Persönlichkeiten oder gar Juristen ausgezeichnet werden, sondern die Ehrung richtet sich ausdrücklich auch an sonstige Institutionen jedweder Art und juristische Personen wie Unternehmen, Verbände oder auch nicht rechtsfähige Vereine.

Im Zentrum der Auszeichnung, die alle zwei Jahre verliehen werden soll, steht neben dem Verdienst um das Recht auch der persönliche oder sachliche Bezug zum Saarland und damit zu allen Saarländerinnen und Saarländern. Nur wenn wir alle, die wir in diesem schönen und lebenswerten Bundesland leben und arbeiten, auch unseren Beitrag zu einem gedeihlichen Miteinander der Menschen und Generationen, aber auch der Institutionen leisten, kann dies auch in der Zukunft Bestand haben. Deshalb wohnt der Initiative, besonders herausragende Leistungen zu würdigen, auch der Versuch einer Fokussierung auf die Bedeutung des Rechts für dieses gemeinschaftliche Miteinander inne.

Vorschlag und Entscheidung

Damit diese Würdigung nicht nur von Juristen, sondern von den Saarländerinnen und Saarländern getragen werden kann, können und sollen Vorschläge zur Nominierung ganz bewusst durch alle Menschen im Saarland erfolgen. Allen Vorschlägen soll eine Begründung dafür beigefügt sein, warum gerade die oder der Vorgeschlagene diese besondere Auszeichnung in besonderer Weise verdient. Der Vorstand des SAV freut sich über jeden Vorschlag, den Sie bitte an unsere Kontaktadresse SAV e.V., Franz-Josef-Röder-Str. 15, 66119 Saarbrücken oder unter info@saaranwalt.de einreichen können.

Die Entscheidung über die Verleihung trifft ein aus sieben Mitgliedern bestehendes Kuratorium unter Vorsitz des vom Vorstand des SAV entsandten Mitgliedes. Weitere Mitglieder des Kuratoriums sind die Präsidentinnen und Präsidenten der saarländischen Obergerichte sowie jeweils ein Vertreter des Justizministeriums, die Dekanin oder der Dekan der juristischen Fakultät des Saarlandes, die Vorsitzende oder der Vorsitzende des echtsausschusses im Landtag des Saarlandes, ein Vorstandsmitglied des Instituts für Anwaltsrecht Saarbrücken e.V. sowie ein von der Mitgliederversammlung des SAV gewähltes Mitglied, welches nicht dem Vorstand angehört. Da letzteres Mitglied des Kuratoriums noch nicht gewählt werden konnte, wird der Vorstand des SAV ein geeignetes Mitglied für die erstmalige Verleihung benennen. Die erstmalige Preisverleihung ist für den Spätsommer oder Frühherbst im Anschluss an die Mitgliederversammlung des SAV oder ggfls. auch im Rahmen einer gesonderten Veranstaltung geplant.

Der Künstler

Die Plastik ist von Franz Heinz Beeck gestaltet worden. Der 1927 in Brodenbach an der Mosel geborene Künstler gehörte, als nach dem Krieg die Werkkunstschule in Trier wieder eröffnet wurde, zu den ersten Studenten des in Heusweiler geborenen Professors Fritz Grewenig. Obwohl Prof. Fritz Grewenig Maler und kein Bildhauer war, prägte er die weitere künstlerische Entwicklung von Franz Heinz Beeck, der zuvor eine Lehre als Holz-und Steinbildhauer abgeschlossen hatte. Wie für seinen Lehrer war auch für Franz Heinz Beeck eine totale Abkehr von der Gegenständlichkeit und dem Abbild der sichtbaren Realität, wie sie in der abstrakten Kunst der Zeit einen Durchbruch erlebte, nicht denkbar.

Formen zu generieren, die nicht in letzter Instanz an ein gegenständliches Gegenüber, seien es nun eine Figur oder eine andere definierte Form, gebunden sind, ist nicht seine Intention. Der Bezug zur Realität, sei es nun eine gedachte, eine erlebte, eine gefühlte oder eine gesehene, bleibt in all seinen künstlerischen Arbeiten vorhanden. Darin traf er sich auch mit den künstlerischen Zielsetzungen seines bildhauerischen Lehrers, des in Trier geborenen Bildhauers Michael Trierweiler (1908 – 1998). Michael Trierweiler, der bereits seit 1930 an der Werkkunstschule tätig gewesen war, kehrte ihr 1937, einem drohenden Berufsverbot zuvor kommend, den Rücken, um 1946 an eben diese Schule als Leiter der Bildhauerklasse zurückzukehren.

Wie an seinem Hauptwerk, dem Denkmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933 – 1945 in Trier ablesbar, sind Michael Trierweilers Arbeiten durch eine stilisierte, naturnahe Formgebung geprägt, die gleichzeitig eine klare Symbolik transportiert. In dieser Tradition entwickelte sich auch das Schaffen von Franz Heinz Beeck. Während die Geschlossenheit der Form und ein tektonischer Aufbau seine frühen Plastiken charakterisieren, beginnt er nach und nach die Form zu reduzieren. Sie wird klarer, verdichteter und schlichter. Das zueinander in Bezug setzen einzelner Formen und die daraus resultierende, wechselnde Veränderung des Ausdrucks rücken mehr und mehr in den Mittelpunkt seines künstlerischen Gestaltungswillens. Die menschliche Figur bleibt nicht länger Ziel der Darstellung, sondern wird einer übergeordneten Thematik unterworfen. Diese „figurgebundene Zeichenhaftigkeit“ findet sich auch in der kleinen Kopfplastik des „Querdenkers“ von Franz Heinz Beeck wieder.

Dr. Ulrike Fuchs | Kunsthistorikerin | Westerburg
Hubert Beeck | Rechtsanwalt | Geschäftsführer SAV | Homburg

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